SEGLERVEREINIGUNG MAMMERN
Wir segeln aus Leidenschaft
, Schulze Kerstin

Jollenregatta 2015

"Schöner kann es fast nicht sein!" resumierte am Sonntag Abend der strahlende Sieger über alle Läufe bei den Fireballs Ruedi Moser. Denn was die Aktiven wieder einmal zum klassischen Saisonstart vorfanden, waren rundum perfekte Regatta-Bedingungen.

"Schöner kann es fast nicht sein!" resumierte am Sonntag Abend der strahlende Sieger über alle Läufe bei den Fireballs Ruedi Moser. Damit sprach er wohl allen Teilnehmern - Seglern wie Organisatoren -  aus der Seele. Denn was die Aktiven wieder einmal zum klassischen Saisonstart vorfanden, waren rundum perfekte Regatta-Bedingungen.

Am Samstag morgen war schon früh die geschäftige Aktivität am Landungssteg Mammern spürbar. Die Festbeiz wurde in der Scheune der Familie Engeler eingerichtet und die ersten Segler machten ihre Jollen bei zunehmend warmen Temperaturen auf dem sonnigen und windgeschützten Parkplatz am Landungssteg startklar.

Einmal mehr konnten die Organisatoren eine rege Teilnahme aus dem In- und Ausland verbuchen: 20 Fireballs, 17 Contender sowie 5 Finns mit Teams aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Tschechien waren angereist, um sich die Wintermüdigkeit aus den Knochen zu waschen.
Eine kleine Änderung gab es gleich zu Beginn bei der Steuermann-Besprechung: nicht wie gewohnt vor der Scheune sondern am Landungssteg wurden die Aktiven um die wieder souveränen Regattaleiter Stephan Ritzler und Johannes Hanhart versammelt. Besondere Ereignisse wie der Sturmschaden am Landungssteg erfordern eben besondere Massnahmen. So hatten die Organisatoren auch aufgrund der stärkeren Bise ein mit Gewichten und Bojen versehenes "Gate" über dem sichernden Stahlseil geschaffen, was die Benutzung der westlichen Sliprampe ermöglichte.
Vereinzelte Nachfragen, ob denn aufgrund des kalten Windes dieses Jahr statt dem gewohnten Freibier am Anschluss an die Wettfahrten am Samstag dieses Jahr Glühwein ausgeschenkt würde, wurden rasch gekontert. Für ältere Teilnehmende würde man gerne auch das Bier aufwärmen.
 
Dass allen Teilnehmern nach raschen drei Wettfahrten offenbar doch eher nach einem kühlen Bier zu Mute war, lag dann wohl an der weiter auffrischenden Bise mit kräftigen Böen, die den Seglern gleich zu Beginn vor Augen führte, dass für Frühlingsmüdigkeit in Mammern kein Platz ist. Pünktlich zum Auslaufen und ersten Start um 13:15 Uhr flackerten dann auch die Starkwindfeuer über den weiss getupften Untersee.  Drei Wettfahrten am Samstag hätten den Seglern sicher den Schweiss auf die Stirn getrieben, wären da nicht die regelmässigen Wellenduschen und -bäder gewesen, die das Segeln in Trapez und Ausreitgurten mitunter zum Balanceakt werden liessen. Nicht alle Crews waren den Bedingungen gleichermassen gewachsen und so kam es zu einigen Kenterungen, teilweise leider auch mit kleineren und grösseren Blessuren an Booten und Seglern. Trotzdem ging alles glimpflich aus und nur vereinzelt mussten  Bojenleger und "Gummimaus" eingreifen, um die beschädigten Jollen wieder sicher an Land zu bringen.
 
Wieder aufgewärmte, hungrige und auch erschöpfte Segler fanden sich dann um 19:00 Uhr im "Hechtsaal" ein, um sich von der nimmermüden Organisations-Crew bewirten zu lassen. Bei Salat, Gehacktem mit Hörnli, dem traditionellen meterlangen Nusszopf und nicht zuletzt nicht alkohlischen und alkoholischen Getränken wurden die Energiedepot für den nächsten Tag wieder aufgefüllt.
 
Nur wenig hatte der Wind über Nacht abgegeben und so konnte am Sonntag bei strahlend blauem Himmel pünktlich um 10:30 Uhr die erste der drei folgenden Wettfahrten gestartet werden. Komplett traten die Finns und Contender wieder an der Startlinie an. Das Feld der Fireballs war durch Schäden an den Booten sowie Verletzungen der Crews dezimiert. Konstanterer Wind und wärmere Luft machten es allen Aktiven einfacher, wieder Bewegung in die noch müden Knochen zu bringen. So waren vor allem auf den spitzen Raumwindkursen vereinzelte Freudenjauchzer über dem Waser zu hören.
Auch die Regattaleitung konnte entspannt das fast sommerliche Wetter geniessen, und bestellte mittels Bratwurst-Taxi-Boot Wurst und Kuchen aus der vielbeschäftigten Fest-Beiz.
Zum Beginn des dritten Laufs nahm der Wind dann ab, für die leichten Crews reichte es aber weiterhin für die Trapezdrähte. Die Finnsegler beschlossen kollektiv, dass fünf Läufe ausreichen, und packten etwas vorzeitiger zusammen. Das Auswassern für die verbliebenen Boote gestaltete sich entspannt und in der lauen Luft konnten auch nasse Spi´s, Trocken- und Neoprenanzüge bis zum Transport noch trocknen. 
Um 15:30 Uhr trafen sich dann alle nochmal zur Rangverkündigung mit Cervela, Kuchen und Getränken an der Scheune. Zumeist in kurzen Hosen und mit glänzenden Augen nahm man die beliebten Flaschen mit süssem oder saurem Most der Familie Hanhart entgegen.